Träume schenken uns nicht nur Hoffnung und Motivation. Manchmal treiben sie uns auch dazu an, sie mit übertriebenem Ehrgeiz zu verfolgen. Dann wird die Frage nach Macht und wie wir sie nutzen relevant.
Macht entfesselt einen Menschen. Bei den einen wirkt sie korrumpierend, während die anderen sie als Verantwortung, das Gemeinwohl zu fördern, begreifen.
Wir tun als Gesellschaft gut daran, Macht nur auf Zeit zu erteilen, denn niemand vermag vorherzusagen, welche Wirkung Macht auf einen Menschen haben wird. König Friedrich VII von Dänemark, der auf diesem Bild zu sehen ist, hat das wohl verstanden und verhalf 1849 dem Staatsgrundgesetz zur Verabschiedung. Es gilt bis heute als Grundlage der dänischen Verfassung. Jeder Mensch sollte Macht als Verpflichtung zum Dienst begreifen und nicht als Freibrief für Willkür.
Auch wenn wir uns in demokratischen Systemen über vieles beklagen – ja sogar beklagen sollen und glücklicherweise auch dürfen – sind es eben genau diese Staatsformen, die Macht nur auf Zeit verleihen, indem sie uns die Wahl lassen. Sie zu nutzen, ist unsere Verantwortung.
Zu dem Bild selbst gibt es wenig zu sagen. Ich habe es im Vorbeigehen geschossen, als wir durch die Fußgängerzone von Rudkøbing spaziert sind. Ich habe mir erlaubt, die Schrift auf dem Banner im Nachhinein zu ändern.
Dass im Moment der Aufnahme eine Taube die Büste von König Friedrich als Ruheplatz nutzte, war für mich im Nachhinein wie ein kleiner Fingerzeig, dass „die Kleinen“ nicht den „Mächtigen dieser Welt“, sondern die „Mächtigen dieser Welt“ dem Volk dienen sollten. So wie es der Namensvetter von Friedrich VII, der preußische König Friedrich der Große, 1740 formulierte: „Ich bin der erste Diener meines Staates. Ich darf nicht ruhen, solange ich sehe, dass etwas zu tun übrig bleibt.“
Bild & Text

Wenn Du wissen willst, wie ein Mensch wirklich ist, dann gib ihm Macht.
Daten zum Bild
Bildnummer: Lyrimage_110909_Urlaub_2011_00005-Bearbeitet
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