2026 005 Büste an Fassade

Träume schenken uns nicht nur Hoffnung und Motivation. Manchmal treiben sie uns auch dazu an, sie mit übertriebenem Ehrgeiz zu verfolgen. Dann wird die Frage nach Macht und wie wir sie nutzen relevant.

Macht entfesselt einen Menschen. Bei den einen wirkt sie korrumpierend, während die anderen sie als Verantwortung, das Gemeinwohl zu fördern, begreifen.

Wir tun als Gesellschaft gut daran, Macht nur auf Zeit zu erteilen, denn niemand vermag vorherzusagen, welche Wirkung Macht auf einen Menschen haben wird. König Friedrich VII von Dänemark, der auf diesem Bild zu sehen ist, hat das wohl verstanden und verhalf 1849 dem Staatsgrundgesetz zur Verabschiedung. Es gilt bis heute als Grundlage der dänischen Verfassung. Jeder Mensch sollte Macht als Verpflichtung zum Dienst begreifen und nicht als Freibrief für Willkür.

Auch wenn wir uns in demokratischen Systemen über vieles beklagen – ja sogar beklagen sollen und glücklicherweise auch dürfen – sind es eben genau diese Staatsformen, die Macht nur auf Zeit verleihen, indem sie uns die Wahl lassen. Sie zu nutzen, ist unsere Verantwortung.

Zu dem Bild selbst gibt es wenig zu sagen. Ich habe es im Vorbeigehen geschossen, als wir durch die Fußgängerzone von Rudkøbing spaziert sind. Ich habe mir erlaubt, die Schrift auf dem Banner im Nachhinein zu ändern.

Dass im Moment der Aufnahme eine Taube die Büste von König Friedrich als Ruheplatz nutzte, war für mich im Nachhinein wie ein kleiner Fingerzeig, dass „die Kleinen“ nicht den „Mächtigen dieser Welt“, sondern die „Mächtigen dieser Welt“ dem Volk dienen sollten. So wie es der Namensvetter von Friedrich VII, der preußische König Friedrich der Große, 1740 formulierte: „Ich bin der erste Diener meines Staates. Ich darf nicht ruhen, solange ich sehe, dass etwas zu tun übrig bleibt.“

Bild & Text

Wenn Du wissen willst, wie ein Mensch wirklich ist, dann gib ihm Macht.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_110909_Urlaub_2011_00005-Bearbeitet
Schlagwörter :

2024 004 Sterne über See

Geschichte zum Bild

Im Februar am Hopfensee begann die Fotosession kurz nach 5:00 Uhr morgens. Wunderschön und still. Wenn man um diese Uhrzeit länger unbewegt am See steht, wird man von so manchem frühen Jogger etwas argwöhnisch beäugt. Zumindest bis er das Stativ und die Kamera darauf entdeckt. Dann entspannen sich die Gesichtszüge und man erntet sogar das eine oder andere mehr oder weniger mitleidige Lächeln ob der Kälte.

Aber das ist das Vorrecht des Fotografen: Man muss nicht auf Zeit und Puls achten, sondern darf einfach nur herumstehen und beobachten.

Wenn man an einem solchen Morgen an einem spiegelglatten, nahezu menschenleeren Ufer steht und zusieht, wie die Milchstraße kurz über den bergigen Horizont lugt, bevor der Sonnenaufgang sie überstrahlt, kann man schon ins Staunen kommen ob all der Unendlichkeit, die sich über einem spannt… und ins Nachdenken über die Frage, welche Bedeutung wir angesichts eines solchen Maßstabs noch haben. Vielleicht sind Bedeutung und Sinn aber gar keine Frage des Maßstabs, sondern eine Frage unserer eigenen Werte und Entscheidungen. Denn hier auf diesem kleinen Punkt in diesem unendlichen Universum können wir einen Unterschied machen.

Bild & Text

Wundermächtig schön ziehen sie ihre Bahn. Erinnern uns ganz still daran,
wie unbedeutend wir für all das sind, was in diesem Sternenmeer geschieht.
Doch hier im Kleinen immer Kleineren dürfen wir zu Schöpfern und zu Weltenlenkern werden. Entscheiden über Sinn.
Wie ohnmächtig mächtig wir doch sind.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_230222_Winterurlaub_00057-Verbessert-RR
Schlagwörter :