2026 006 Mutter und Kind bei Turm

Als dieses Bild 2009 aufgenommen wurde, waren meine Kinder neun und fünf Jahre alt. Ich arbeitete als Führungskraft im Management eines IT-Unternehmens und war deutschlandweit unterwegs. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber unser Business lief gut. Man könnte sagen: „Wir waren erfolgreich.“

Die Zeiten, in denen ich meine Kinder am meisten sah, beschränkten sich auf unsere gemeinsamen Urlaube. Im Jahr 2012 habe ich meine Führungsposition an den Nagel gehängt. Unter anderem auch, weil ich den Eindruck hatte, dass ich zunehmend Gast und nicht mehr Mitglied meiner eigenen Familie war. Ich wollte wieder eine Rolle im Leben meiner Kinder spielen und nicht „nur“ für die Beschaffung der Finanzen zuständig sein.

Das größte Kompliment für Eltern ist vermutlich, wenn ihre Kinder sie zu ihren Beratern machen, nachdem sie begonnen haben, ihr eigenes Leben aufzubauen. Das dürfen wir heute erleben. Und ich bereue keinen einzigen Euro, den ich nach meiner beruflichen Veränderung weniger verdient habe. Denn ich durfte zwei unbeschreiblich wertvolle Menschen zurückgewinnen.

Bild & Text

Wie definiert sich Erfolg,
wenn wir weiterdenken als eine Generation?
Eine Alternative zu Geld oder Macht
wären die leuchtenden Augen der Kinder,
deren Eltern ihnen das wohl knappste Gut
unserer Gesellschaft geschenkt haben: Zeit.

Daten zum Bild


Bildnummer: 01.200900020_40x60
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2024 031 Frau und Fjord

Geschichte zum Bild

Kjeragbolten in Norwegen. Als wir das erste mal vor vielen Jahren dort waren, waren wir nahezu alleine. Als wir 2016 mit unseren Kindern dorthin gewandert sind, stand dort eine ziemlich lange Schlange von Touristen, die sich alle auf den eingeklemmten Felsblock, unter dem ca 1.100 Meter nur „Luft“ kommt, fotografieren lassen. Wir auch. Aber der Bolten hatte in dieser Szenerie irgendwie seine frühere „Magie“ verloren. Wir ließen es gut sein, und wanderten weiter. Nicht unweit dieses Touristenhotpsots machten wir Rast und genossen den Blick über den Fjord. Die Wanderung war anstrengend gewesen und ich bewunderte insgeheim unsere Kids, dass sie den ganzen Weg ohne zu murren geschafft hatten. Und auch für unsere Kinder war es ein Triumpf, wie man auf dem Bild unserer Tochter sehen kann.

Diese Bild der Freude, die eigenen aber auch fremde Grenzen überwunden zu haben, inspirierte mich zu dem Text. Unsere Kinder haben es damals „alleine“ da hoch geschafft. Aber wie oft war ich in meinem Leben schon an Punkte, an denen ich dachte jetzt geht es nicht mehr weiter. Jetzt habe ich alle meine Optionen ausgespielt. : „Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten?“ (Psalm 121, 1). Probleme und Herausforderungen die wie Berge vor mir standen, bei denen ich keine Hoffnung hatte, sie aus eigener Kraft zu besteigen. Da tat es gut, den zweiten Satz dieses Psalms zu lesen: „Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat!“ (Psalm 121, 2). Ein Gott, der ein ganzes Universum erschaffen hat, wird von meinen Problemen nicht in die Handlungsunfähigkeit getrieben. Er ist in der Lage zu helfen. Vielleicht nicht auf den Wegen, die ich mir in meiner Routenplanung eingezeichnet habe, weil er vielleicht einen noch besseren kennt, der mich sicher zum Ziel bringt. Vielleicht auch an ein anderes Ziel als ich es mir gesetzt hatte, weil er nicht will, was ich will, sondern das will, was mir am meisten gut tut.

Bild & Text

Glaube.

Was für ein Geschenk, glauben zu dürfen. 
Nicht an die Begrenzungen von Menschen. 
Nicht an die Ohnmacht gegenüber dem Schicksal.
Nicht an die Hoffnungslosigkeit einer ausweglosen Situation. 

Sondern an einen Gott, der Hoffnung gibt, weil er mächtig ist,
unsere Grenzen zu überwinden. 

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_160823_Norwegen 2016_00177
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