2026 006 Mutter und Kind bei Turm

Als dieses Bild 2009 aufgenommen wurde, waren meine Kinder neun und fünf Jahre alt. Ich arbeitete als Führungskraft im Management eines IT-Unternehmens und war deutschlandweit unterwegs. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber unser Business lief gut. Man könnte sagen: „Wir waren erfolgreich.“

Die Zeiten, in denen ich meine Kinder am meisten sah, beschränkten sich auf unsere gemeinsamen Urlaube. Im Jahr 2012 habe ich meine Führungsposition an den Nagel gehängt. Unter anderem auch, weil ich den Eindruck hatte, dass ich zunehmend Gast und nicht mehr Mitglied meiner eigenen Familie war. Ich wollte wieder eine Rolle im Leben meiner Kinder spielen und nicht „nur“ für die Beschaffung der Finanzen zuständig sein.

Das größte Kompliment für Eltern ist vermutlich, wenn ihre Kinder sie zu ihren Beratern machen, nachdem sie begonnen haben, ihr eigenes Leben aufzubauen. Das dürfen wir heute erleben. Und ich bereue keinen einzigen Euro, den ich nach meiner beruflichen Veränderung weniger verdient habe. Denn ich durfte zwei unbeschreiblich wertvolle Menschen zurückgewinnen.

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Wie definiert sich Erfolg,
wenn wir weiterdenken als eine Generation?
Eine Alternative zu Geld oder Macht
wären die leuchtenden Augen der Kinder,
deren Eltern ihnen das wohl knappste Gut
unserer Gesellschaft geschenkt haben: Zeit.

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Bildnummer: 01.200900020_40x60
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2024 008 Bootshaus in Norwegen

Die Geschichte zum Bild

Am 23. August 2023 kamen wir bei Sturm und Regen auf unserem Campingplatz an der Westküste Norwegens an. Sonne, Regen und Sturm wechseln in dieser Region manchmal in wenigen Minuten. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brachen und der Regen eine Pause einlegte, schnappte ich die Kamera. Was vorher noch unspektakulär und Grau in Grau wirkte, wurde im aufstrahlenden Licht der Sonne plötzlich mit einer unbeschreiblichen Flut an Farben übermalt, wobei sich das alte Bootshaus behände dagegen wehrte, sein Grau abzulegen.

Es war wunderschön, in dieser überwältigenden Szenerie vor diesem alten Gebäude zu stehen und das Spiel des Lichts zu beobachten.

Altes muss nicht zwangsweise marode wirken. Eingebettet in einen passenden Rahmen entfaltet es eine besondere Art von Schönheit und Attraktivität.

Vielleicht schaffen wir es, unser Altwerden so in unser Leben einzubetten, dass die Jugend gern dort verweilt, wo das Leben bereits seine Spuren hinterlassen hat. Alt und Jung könnten gemeinsam viel voneinander profitieren.

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Der Sturm ist oft über dieses alte Haus gefegt
und die Wellen haben immer wieder versucht, es von seinem Platz zu reißen.
Heute ist es alt und morsch. Aber nicht weniger schön.
Der stete Wechsel von Sonne, Sturm und Regen hat einen Ort geschaffen, auf den man mit Staunen blickt.
Es ist, als würde es flüstern: „Es hat sich trotz allem gelohnt.“

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Bildnummer: Lyrimage_180823_Norwegen_2018_00016
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