2026 007 Promenade mit Turm

Wie stellst du dir diesen reichen Menschen vor? Was denkst du, über welche Reichtümer er verfügte?

Der Text lässt diese Frage offen. Vielleicht war es ein Milliardär oder ein Millionär. Vielleicht war es ein Handwerker, ein Verwaltungsangestellter oder ein Student, der sich einfach nur gern gut kleidete und während seines Urlaubs als Tourist der Promenade entlang schlenderte.

Was ist Reichtum? Wenn ich mir alles leisten kann, was ich möchte? Oder ist Reichtum schon einfach, mehr zu haben als der andere? Reichtum hat oft mit Vergleichen zu tun. Interessanterweise vergleichen wir uns bei dieser Frage in der Regel mit denen, die mehr haben. Den Blick für die, die weniger haben, vergessen wir.

Vielleicht ist die eigentliche Frage auch nicht, ob wir reich sind, sondern was wir uns von Reichtum versprechen? Wir malen uns ein Leben aus, in dem wir empfundene Defizite überwinden. Wir denken vielleicht: Wenn ich mir dies oder jenes leisten könnte, wäre ich reich. Aber am Ende geht es nicht um Reichtum, sondern um Zufriedenheit und Glück. Zufriedenheit und Glück müssen aber nicht zwangsweise vom Inhalt der Brieftasche abhängen. Ich kenne Menschen, die sehr wohlhabend und unzufrieden sind, während es Personen gibt, die wesentlich weniger als ich besitzen, aber eine tiefe Zufriedenheit ausstrahlen.

Die Frage ist also viel mehr: Wie erlangt man Zufriedenheit? Ich weiß nicht, ob es darauf DIE eine Antwort gibt. Aber ich stelle fest, dass die zufriedenen Menschen, die ich kenne, den Eindruck vermitteln, grundsätzlich genug zu haben. Sie haben nicht alles und können sich auch nicht alles leisten, aber das möchten sie auch nicht. Sie sehen mehr auf das Gute, das sie umgibt, als auf den Mangel, der sie antreiben könnte. Vielleicht ist Reichtum oft eine Frage der Perspektive.

Wichtig an der Stelle ist, dass ich hier nicht von den Menschen spreche, die morgens nicht wissen, was sie den Tag über essen sollen. Die keinen Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung und Bildung haben oder die bei Kleidung auf Spenden anderer angewiesen sind. Dass wir es in Deutschland nicht schaffen, Menschen aus solch prekären Lebenssituationen herauszuhelfen, ist unser aller Armutszeugnis. Und hier kommt der zweite Aspekt dieser Geschichte ins Spiel. Die Frage, ob ich bereit bin, einen Teil dessen, was ich habe, mit anderen zu teilen. Dabei kommt es im ersten Schritt nicht darauf an, wie viel ich gebe. Es kommt darauf an, dass ich gebe. Dass ich es als Privileg erachte, einen Teil meines Reichtums anderen geben zu können. Wer damit beginnt, erhält die Chance zu begreifen, dass er nicht nur genug besitzt, sondern dass sein Besitz ihn auch in die Lage versetzt, etwas in dieser Welt zum Besseren zu wenden. Auch auf diese Weise kann aus Reichtum Zufriedenheit werden.

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Ein reicher Mensch mit Fliege ging am Meer entlang.
Da traf er einen Armen, an ein Geländer gelehnt,
der bettelte ihn um seine Börse an.
Der Reiche sprach: „Meine Börse kannst Du nicht haben.“
„Dann gib mir Deine Fliege“, entgegnete der Arme.
Nach kurzem Zögern gab der Reiche diese:
„Was bringt Dir meine Fliege?“, wollte er noch wissen.
„Nichts“, hielt der Arme ihm entgegen, „aber es lehrt Dich, zu geben.
Und wenn Du nicht mit viel beginnst, dann fang mit wenig an.
Wichtig ist nur, dass Du teilen lernst.“

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2026 006 Mutter und Kind bei Turm

Als dieses Bild 2009 aufgenommen wurde, waren meine Kinder neun und fünf Jahre alt. Ich arbeitete als Führungskraft im Management eines IT-Unternehmens und war deutschlandweit unterwegs. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber unser Business lief gut. Man könnte sagen: „Wir waren erfolgreich.“

Die Zeiten, in denen ich meine Kinder am meisten sah, beschränkten sich auf unsere gemeinsamen Urlaube. Im Jahr 2012 habe ich meine Führungsposition an den Nagel gehängt. Unter anderem auch, weil ich den Eindruck hatte, dass ich zunehmend Gast und nicht mehr Mitglied meiner eigenen Familie war. Ich wollte wieder eine Rolle im Leben meiner Kinder spielen und nicht „nur“ für die Beschaffung der Finanzen zuständig sein.

Das größte Kompliment für Eltern ist vermutlich, wenn ihre Kinder sie zu ihren Beratern machen, nachdem sie begonnen haben, ihr eigenes Leben aufzubauen. Das dürfen wir heute erleben. Und ich bereue keinen einzigen Euro, den ich nach meiner beruflichen Veränderung weniger verdient habe. Denn ich durfte zwei unbeschreiblich wertvolle Menschen zurückgewinnen.

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Wie definiert sich Erfolg,
wenn wir weiterdenken als eine Generation?
Eine Alternative zu Geld oder Macht
wären die leuchtenden Augen der Kinder,
deren Eltern ihnen das wohl knappste Gut
unserer Gesellschaft geschenkt haben: Zeit.

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2024 012 Leuchtturm bei Dämmerung

Geschichte zum Bild

Blovbjer Fyr in Dänemark. Dieser Leuchtturm steht an einer wundervollen Steilküste. Vierzig Meter hoch ragt hier die Wand aus Sand vom Meer in den Himmel und bietet diesem Leuchtturm eine atemberaubende Bühne.

Nachdem ich einmal frühmorgens dort zum Fotografieren war, wollte ich meiner Familie diesen Platz nicht vorenthalten. Also sind wir einen Tag später noch einmal dort hin. Dieses Mal zum Sonnenuntergang. Es ist immer lohnend den gleichen Platz zu zwei unterschiedlichen Tageszeiten zu erleben. Nicht unbedingt zur Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Aber morgens und Abends taucht das untergehende Gestirn die Landschaft in bezauberndes goldenes Leuchten – wenn das Wetter stimmt. Und das tat es beide Male. Nachdem die Sonne untergegangen war, blieben wir noch eine Weile und begrüßten die blaue Stunde, zu der im Osten der Mond aufging. Der Parkplatz vor dem Leuchtturm leerte sich und die Szene strahlte eine wunderschöne Stille aus. Unterbrochen nur von den Wellen des Meeres und dem Wind. Da bekommt man schnell Sehnsucht danach aufzubrechen, Neues zu entdecken und die Welt zu verändern.

Was wohl so ein Leuchtturm darüber denkt, wenn er jeden Morgen und Abend auf das Meer hinausschaut und wie angenagelt dort stehen bleiben muss, wo er schon immer stand. Vielleicht hadert er mit seinem Schicksaal, weil er selbst so gern aufgebrochen wäre, neue Welten entdeckt und den Fortschritt befeuert hätte. Aber ihm selbst war es nicht vergönnt. War sein Dasein deshalb weniger sinnvoll? Unzähligen Schiffen wies er den Weg. Einige davon bewahrte er davor Schiffbruch zu erleiden. Er hat mehr dazu beigetragen neues zu Entdecken und Fortschritt zu gestalten, als er jemals erfahren wird. Einfach indem er genau da blieb, wo er war und andere unterstütze.

Manche von uns wünschen sich „mehr“ beigetragen zu haben. Träumen davon in die Welt zu ziehen, Veränderung zu bewirken und sind frustriert über ihren vermeintlich bescheidenen Beitrag. Doch ich glaube die meisten von uns sind „kleine Veränderer“, die sich aber keines Falls hinter den großen und berühmten verstecken müssen. Denn in ihrem begrenzten Umfeld verändern sie die Welt alleine durch ihre Anwesenheit. Durch ein gutes Wort, ein offenes Ohr, einen kleinen Tipp, eine helfende Hand. Und was sie da im kleinen bewirken zieht kreise. Vermag am Ende Massen in Bewegung zu setzen. Wie die Wellen des Meeres. Es sind die vielen kleinen Veränderer, die mehr zu bewegen vermögen, als sie vielleicht jemals erfahren werden.

Mach weiter! Dein Dasein verändert die Welt!

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Sinnlos!?
Lichtgeber, Richtungsweiser, Ruhefinder, Freudenspender.
Hast Du je davon geträumt in die Weite zu ziehen, um Großes zu tun und es nie getan?
Aber Du hast so Vielen dabei geholfen! Einfach, in dem Du da warst.
Glaube nicht an Deine Bedeutungslosigkeit.
Dein Dasein verändert die Welt.

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