2024 019 Alte Schienen im Hafen

Die Geschichte zum Bild

Es war ein kleiner Hafen in Schweden, in dem diese rostigen Schienen abgeladen worden waren. Die Kombination aus dem Hafen, einem Sinnbild des Aufbruchs auf ein endlos erscheinendes Meer, und diesem Haufen Schrott, der einmal dazu diente alles in seinen Bahnen zu halten, eignete sich hervorragend als Inspiration, um darüber nachzudenken, nach was ich mich in meinem Leben mehr sehne. Die Sicherheit oder das Abenteuer.

Wie vermutlich viele, träume auch ich immer mal wieder davon die Welt auf eine ganz neue Art zu entdecken, während ich nahezu jeden Tag im gleichen Trott verbringe. Nicht, dass das eine schlechter wäre als das andere. Sicherheit hat ja auch Vorteile, denn ein Abenteuer birgt immer ein höheres Risiko zu scheitern. Aber ich glaube, selbst im Scheitern würden wir etwas gewinnen: Das Gefühl der Freiheit eine Chance gegeben zu haben. Das mag uns davor bewahren am Ende des Lebens zurück zu blicken mit dem fahlen Gefühl es nie versucht zu haben.

Und so hoffe ich, dass ich eines Tages doch noch mein ganz persönliches Abenteuer finden und es wagen werde. Est steht zumindest – wie sagt man heute so schön auf Neudeutsch – auf meiner Bucket List.

Bild & Text

Brich sie auf, die eingefahrenen Gleise.
Lass die Gewissheit des Lebens hinter Dir.
Gänzlich Neues lässt sich nicht auf Schienen entdecken.
Du brauchst den Mut, zu Fuß zu gehen.
Dorthin, wo Du noch nie warst.

Was Du finden wirst, wird Dich retten.
Und sei es nur vor dem Gedanken, nie frei gewesen zu sein.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_130815_Deutschland_00250
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2023 001 Mann im Meer

Geschichte zum Bild

Ich möchte Dir Pedro vorstellen. Pedro war ein spanischer Fischer, der sein Handwerk ganz hervorragend verstand. Immer wenn er auf das Meer hinausfuhr, kam er mit viel mehr Fischen zurück, als er für sich, seine Frau und seine beiden Kinder gebraucht hätte. So konnte er den Rest des Fangs verkaufen und sich einen gewissen Wohlstand aufbauen. Am meisten am Beruf des Fischers gefiel ihm das Unterwegssein mit einem Boot. Und so kam es, dass er sich über die Jahre immer mal wieder ein neues Fischerboot kaufte, ohne jedoch sein bisheriges, liebgewonnenes, altes zu verkaufen. Er gelangte in die komfortable Lage, jeden Morgen aufs Neue entscheiden zu dürfen, mit welchem Boot er denn heute auf Fischfang gehen würde.

Eines Morgens nun, es war im Spätsommer, ging er, wie jeden Tag, zum Hafen, stapfte ins Meer und überlegte, welches seiner Boote heute wohl angemessen wäre. Und als er so dastand, geschah etwas, was ihm bis zu diesem Tag noch nie passiert war. Er konnte sich nicht entscheiden. Er nannte zwischenzeitlich so viele Boote sein Eigen, dass er, ob der großen Auswahl, nicht im Stande war, eine Wahl zu treffen. Und so stand er da und dachte nach und stand da und dachte nach und stand da und dachte nach, bis es Abend wurde, die Sonne untergegangen war und der Mond das Meer in silbernes Licht tauchte. Zu spät, um zu fischen. Das war das erste Mal, dass der Fischer Pedro ohne einen einzigen Fisch zurückkehrte. Zu reich an Möglichkeiten, um sich zu entscheiden.

Natürlich ist diese Geschichte frei erfunden. Aber vielleicht ertappst Du Dich ja auch ab und an dabei, dass Du vor lauter Ehrgeiz, das Beste zu finden, das Gute verpasst.

Nun aber zur wahren Geschichte des Bildes…

Dieser Mann stand zwischen den Booten im „Hafen“ eine ganze Weile scheinbar unentschlossen im Wasser, während ich etwas wackelig auf der Mauer einer Burg herumbalancierte, um auf den Hafen herunter fotografieren zu können. In diesem Fall war die vermeintliche Unentschlossenheit des Mannes mein Glück. Wäre er schneller wieder von der Bildfläche verschwunden, wären die Boote heute allein auf der Aufnahme. Auch wenn dies mit Sicherheit nicht der Fall war, wirkte die Szenerie auf mich ein wenig, als ob ein Fischer, der mehrere Boote sein Eigen nannte, sich nicht entscheiden konnte, mit welchem Boot er heute hinausfahren sollte. So entstand auch der Text und die Geschichte zum Bild.

Wie oft können wir uns in der heutigen Zeit nicht zwischen den vielfältigen Optionen entscheiden, die uns unsere Welt bietet. Vielleicht, weil wir Sorge haben, uns falsch zu entscheiden? Oder weil wir auf jeden Fall die beste Entscheidung treffen wollen? Wir überlegen und wir warten. Und wir versäumen dabei, vom Denken auch ins Tun zu kommen. Dabei wurde uns Menschen ein so hohes Maß an Kreativität und Flexibilität in die Wiege gelegt, dass wir es oft vermögen, selbst falsch getroffene Entscheidungen noch in gute Ergebnisse zu verwandeln.

Der Schlüssel, um uns weiterzuentwickeln, liegt manchmal nicht in perfekten Entscheidungen, sondern in mutigen Entschlüssen.

Bild & Text

Stillstand ist bisweilen das Ergebnis zu vieler Optionen.
Sie lähmen unsere Entscheidungsfähigkeit und
rauben unsere Kreativität.
In solchen Situationen wäre Mangel eine Chance
und vielleicht sogar ein Segen.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_171029_Spanien_00089
Schlagwörter :