2024 006 Nuss mit offener Schale

Die Geschichte zum Bild

Langeweile ist furchtbar. Zumindest versuchen die meisten Menschen vor ihr zu fliehen und ich gehöre definitiv dazu. Langeweile ist aber nachgewiesener Maßen auch ein wichtiger Faktor für Kreativität. Und so saß ich an diesem Sonntag im März ziemlich gelangweilt am Essenstisch ohne zu wissen was ich mit mir anfangen sollte. Bis ich eine Walnuss zwischen die Finger bekam und anfing dieses banale Objekt näher zu untersuchen. Was irgendwann im Knacken der Nuss endete, um den Inhalt zu verspeisen. Aber so ein Nusskern sieht eigentlich ganz spannend aus. Vor allem wenn man ein Makroobjektiv in Griffweite hat und mal „genauer“ hinschaut.

Man spricht gern von einer „harten Nuss“ wenn es darum geht nicht ganz triviale Aufgabe zu lösen. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit als Organisationsentwickler spielt Veränderung immer wieder eine Rolle. Und so hat der Text zu diesem Bild für mich einen großen Bezug zu meiner täglichen Arbeit. Alte bewährte Strukturen treffen auf eine sich ständig verändernde Umwelt und es wird deutlich, dass es ab einem bestimmten Punkt einer Anpassung bedarf, um nützlich zu bleiben. Ich habe noch keine Veränderung erlebt, die nicht wieder in einer neuen Struktur endete. Und was für Unternehmen gilt, gilt meiner Meinung nach in diesem Fall, auch für unsere Gesellschaft.

Deshalb passt es für mich nicht, wenn Menschen in unserer Gesellschaft nach mehr Freiheit und Entgrenzung rufen und danach aufhören weiter zu denken. Ja, bei Veränderungen ist auch die Entgrenzung und der Gewinn an Freiheit eine wichtig Phase, um ganz neu denken zu können und möglichst viele Optionen zu betrachten. Aber diese Phase muss in neue Strukturen führen. Es gibt in der Natur kein Leben ohne Struktur. Jeder Organismus grenzt sich mit seiner Struktur gegenüber der Umwelt ab. Erst so entsteht Identität Vielfalt und auch die Möglichkeit der Interaktion. Das gilt analog für Organisationen, Staaten und eben auch für Gesellschaften. Es reicht nicht, nach mehr Freiheit zu verlangen. Es bedarf einer Antwort auf die Frage welche neue Welt wollen wir aus dieser Freiheit erschaffen? Wenn das Alte nicht zerbricht entsteht nichts Neues. Aber wir dürfen nicht nur nach Abschaffung rufen, sondern müssen für Bedingungen sorgen, in dem das Neue in eine andere Struktur hineinwachsen kann.

Bild & Text

Zerbrochen und befreit.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_230305_Weissach_00001
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2024 003 Kind am Strand

Geschichte zum Bild

Unser Sohn stand in Dänemark am Meer. Ich weiß nicht, wie lange ich ihn beobachtete und wie lange er einfach so dastand und auf´s Meer hinaus sah. Als würde er träumen – von dem Land „dahinter“. Einer anderen, neuen Welt. Was er wirklich gedacht hat? Ich weiß es bis heute nicht.

Aber diese Szene war für mich ein Synonym für Sehnsucht auf der einen und Beschränkung auf der anderen Seite. Die meisten von uns können eben nicht über´s Wasser gehen. Aber einige von uns – die sich mit Grenzen nicht abfinden wollten – haben gelernt Boots zu bauen. Und irgendwann Schiffe. So fiel eine Grenze um die andere und wir entdeckten neue Länder und Kontinente.

Was wir in Bezug auf Technologie schaffen können, mag uns auch bei der Umwelt und beim Sozialen gelingen. Was wir brauchen um anzufangen ist nicht mehr als Sehnsucht, Zeit und Kreativität. Grenzen fallen zu allererst in unseren Köpfen.

Bild & Text

Denk darüber hinaus!
Von jeher haben Grenzen Menschen Träume geschenkt.
Manche von ihnen so mächtig, dass sie die Welt verändert haben.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_170901_Dänemark_00152
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