2026 001 Mohnblume auf Feld

Geschichte zum Bild

Eine große Faszination der Landschaftsfotografie liegt darin, dass man tausendmal den gleichen Weg gehen kann, ohne etwas zu entdecken. Und dann plötzlich: Ist das Licht anders, das Wolkenspiel besonders oder die Vegetation hat sich verändert. So wie bei diesem Bild. Ein Feld, an dem ich sicher an die 200 Mal pro Jahr vorbeigehe. Und so spazierte ich auch an diesem Juniabend 2016 nach einem Sommerregen wieder einmal meiner „Hausrunde“ entlang und hatte aus Langeweile die Kamera eingepackt. Der Abend war lau und warm. Die Sonne stand schon tief. Das Licht strahlte von der Seite auf die Blüten und brachte sie auf eine majestätische Weise zum Leuchten. Dieser Anblick des von Mohnblumen durchtränkten Feldes zog mich in seinen Bann. Wie wunderschön kann Alltägliches sein, wenn man sich die Zeit nimmt, es zu betrachten.

Ich suchte mir eine Blüte aus, die mich direkt ansah. Wählte eine lange Brennweite und eine große Blendenöffnung, um den Hintergrund möglichst unscharf erscheinen zu lassen. Zuhause entsättigte ich das Bild bis auf die Rot-Werte, um das Leuchten noch intensiver werden zu lassen.

Der Text zum Bild bot sich an, weil es kurz nach einem Sommerregen entstand, während das Feld gerade dabei war, wieder abzutrocknen. Mohnblumen scheinen sehr filigran und zerbrechlich. Und trotzdem widerstehen sie auch schweren Sommergewittern mit Regen, Hagel, Blitz und Sturm. Wie erstaunlich widerstandsfähig Gott seine Natur erschaffen hat! Mir kommt ein Textabschnitt aus der Bibel in den Sinn:

„Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?“ (Die Bibel – Matthäus 6,30)

Ich denke, das ist unsere Herausforderung: zu hoffen, darauf zu vertrauen und damit zu rechnen, dass Gott uns nach stürmischen Zeiten immer wieder mit neuem, gutem Leben beschenkt. Und dass uns diese Lebensstürme nicht nur bedrohen, sondern uns mit Gottes Hilfe vor allem auch widerstandsfähiger machen.

Wenn wir es schaffen, eine solche Sicht auf unsere Welt zu bewahren, werden nicht nur wir selbst gerettet. Wir können auch zu Hoffnungsträgern für andere werden. Und Hoffnung hat diese Welt dringend nötig.

Bild & Text

Schenk‘ mir das Leben neu.
Nach dem Sturm, der mich zu Boden drückte.
Schenk‘ mir das Leben neu.
Nach dem Regen, der mich beinah‘ erstickte.
Schenk‘ mir das Leben neu.
Nach der Nacht, in der ich fast erfror.

Du schenkst mir das Leben neu.
Durch den Wind,
der meinem Halm die Kraft zum Widerstehen schenkte.
Du schenkst mir das Leben neu.
Durch den Regen,
der meine welken Blätter tränkte.
Du schenkst mir das Leben neu.
Durch die Nacht,
die mich zur Ruhe zwang.

So war mir das, womit ich rang
in Wahrheit der Segendurch den ich, was ich ersehnte,
erst gewann.

Schenk mir das Leben neu.

Daten zum Bild


Bildnummer: Lyrimage_160615_Deutschland_00016
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2024 030 Leuchtturm mit Wanderin

Geschichte zum Bild

Capo Testa auf Sardinien. Ein felsiges Kap mit oft starkem Wind, hohen Wellen und mehreren Leuchttürmen – oder dem was von manchen übrig geblieben ist.

Als ich zwischen den Felsen ein wenig auf und ab kraxelte, begegnete mir dieser alte Leuchtturm, an dem eine Wanderin Rast gemacht hatte. Müde von Ihrem Weg suchte Sie im Schatten des Gemäuers ein Plätzchen für die Rast. Der Blick auf´s offene Meer bot eine weite Perspektive.

Vielleicht kennst Du die Situation, dass Du Dich in Deinem Leben „eingerichtet“ hast und alles seinen gewohnten gang geht. Manchmal ermüdet einen das. Die Abwechslung fehlt und die Möglichkeit einfach auszusteigen und etwas anderes zu machen fehlt erst recht. Das „Alte“ wird zur Last. Bis an den Punkt, an dem Du vielleicht sogar eine Pause brauchst. An dem es nicht weitergeht, weil Dich sonst Dein Alltag verbrennt. Du träumst vielleicht schon länger von einem anderen Leben oder Du merkst, wie der Wunsch nach Veränderung in Dir zu erwachen beginnt. In so einer Situation kommt einem leicht die Dankbarkeit abhanden weil man sich gefangen fühlt. Auf der anderen Seite bereitet Dich diese Alltagsmüdigkeit auch darauf vor, einen Neuanfang zu wagen. Vielleicht ist einfach die Zeit gekommen etwas neues zu tun oder zumindest damit zu beginnen davon zu träumen oder es vorzubereiten. Schon alleine das Träumen von einer neuen Welt vermag Dir neuen Mut zu geben. Fang an zu träumen! Lass nicht zu, dass Dich das „Alte“ in die Resignation führt. Du bist ein Mensch. Du hast das Potential, Dein Leben zu verändern. Du triffst die Entscheidungen. Vielleicht nicht in dem Umfang und mit der Macht, die Du gerne hättest. Aber lass Dich davon nicht entmutigen. Such Dir die Spielräume, die Du hast und fang dort an. Vielleicht nur ein paar Tage der Auszeit. Manchmal ist die Rast der Beginn eines neuen Wegabschnittes. Und nicht selten begegnet einem Gott gerade im „Nichtstun“ und schenkt uns ausgerechnet dort neue Perspektiven.

Bild & Text

Wenn uns das Alte ermüdet, befreit es uns dazu, von Neuem zu träumen.

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Bildnummer: Lyrimage_150529_unbenannt_00062
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2024 025 Kreuz mit Weitblick

Geschichte zum Bild

Das Gipfelkreuz der Breiteggspitze bei Wildschönau in Österreich. Was mir hier gefiel, war der Blick in das sonnenbeschienene Tal. Als ob das Kreuz sein Licht nach „da unten“ vorausgeworfen hätte, um den Betrachter in die Weite zu führen.

Das Kreuz Christi ist zu aller erst ein Symbol für die Vergebung Gottes gegenüber uns Menschen. Doch es ist noch mehr. Es ist auch eine Aufforderung an uns, so wie Paulus in Epheser 4, 32 schreibt: „Seid vielmehr freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.“ In dieser gegenseitigen Vergebung liegt nicht nur eine Befreiung für den Mensch, der Vergebung empfängt, sondern auch eine Befreiung für den, der vergibt.

Wenn andere an uns schuldig geworden sind, uns zutiefst verletzt haben, mag es uns schwer fallen zu vergeben. Und wir mögen allen Grund dazu haben. Aber dadurch widerfährt uns ein zweifaches Leid. Zum einen das Leid durch die Handlung dessen, der an uns schuldig geworden ist. Zum anderen das Leid, das wir uns selbst zufügen in dem wir uns zu Geiseln unserer eigenen Rachsucht und Vergangenheit machen lassen. Wie viel Zeit verbringen wir damit, den anderen innerlich anzuklagen. Ärgern uns über die erfahrene Ungerechtigkeit und schmieden Pläne, um „es“ unserem Peiniger heimzuzahlen. Wir bauen uns aus unserer Vergangenheit selbst einen Kerker, verschenken unsere Gegenwart und vergiften unsere Zukunft.

Wohl dem, der lernt zu vergeben. Nicht nur, dass er demjenigen ein Geschenk macht, der auf Vergebung hofft. Selbst wenn sein Schuldner uneinsichtig bleibt, entlässt sich das Opfer selbst aus dem Gefängnis des ihm zugefügten Leides. Durch die Vergebung nimmt es seinem Schuldner endgültig die Macht. Manchmal wird das Bild gebraucht, dass Vergebung bedeutet, einen Schuldschein zu zerreißen. Ich gebe den Anspruch auf, den anderen Anklagen zu dürfen. Das heißt nicht, dass ich ihn deshalb plötzlich lieben muss. Es heißt, dass ich meine Forderung abschreibe. Damit hebe ich die Schuldbeziehung zwischen uns auf. Was bisher darüber verbunden war, ist nun gelöst. So kann Freiheit entstehen und neue Perspektive wachsen.

Es ist leicht darüber zu schreiben und mag schwer sein es emotional umzusetzen. Aber es ist eine der besten Chancen auf einen Neuanfang.

Bild & Text

Wer vergibt, befreit sich aus dem Würgegriff der Unzufriedenheit
und wird frei für eine bessere Zukunft.

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Bildnummer: Lyrimage_180523_Aufnahmeort_00146
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2024 018 Wurzel am See

Die Geschichte zum Bild

Dieses Bild wurde im Jahr 2007 in Kanada aufgenommen. Morgens an einem See irgendwo in der Nähe des Banff National Parks. Der Wald, den man im Hintergrund sieht, stand im Wasser und zwischen seinen Bäumen zog ein Ruderer seine Bahn. Am am Ufer lag diese riesige Wurzel.

Ich kam gerade rechtzeitig als ein Vogel oben auf diesem großen Stück Holz platz nahm und so kam diese Aufnahme zustande.

Vermutlich hätte es sich der Baum, zu dem diese Wurzel gehört hatte, nie träumen lassen, dass ausgerechnet in der Teil von ihm, der ganz unten in der Erde vergraben war, einmal einem Vogel als Ruheplatz dienen würde. Die Geschichte hat das Leben dieses Baums mehr oder weniger im wörtlichen Sinne auf den Kopf gestellt und ihm, auf diese Weise, seinen Sinn bewahrt.

Was könnten wir mit unserem Leben noch alles anfangen, wenn wir es einmal ganz neu denken würden? Nicht, dass das Bisherige schlecht gewesen wäre. Im Gegenteil! Aber Leben bedeutet Veränderung und irgendwann, wenn wieder einmal alles Kopf zu stehen scheint, mag die Zeit reif sein, um sich zu überlegen, welche Chancen sich daraus ergeben könnten.

Bild & Text

Das Leben hat tausend Idee, Altem neuen Sinn zu geben.
Die Kunst ist, es geschehen zu lassen.

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Bildnummer: 01.200700020_50x70_01
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