Dieses Segelboot vor Sardinien zog gemächlich seine Bahn. Schnurstracks der Küstenlinie folgend auf dem Weg zum nächsten Hafen. Bedenkt man, dass die ersten Zeugnisse von Segelbooten bereits im Neolithischen Zeitalter, ca. 5.500 Jahre vor Christus, zu finden sein sollen, dann gehören Segelschiffe wohl zu den ältesten Fortbewegungsmitteln der Menschheit. Schon vor tausenden von Jahren steckten sich Menschen Ziele und wussten, den Wind zu nutzen, um sie zu erreichen. Dieses Streben nach neuen Ufern hat uns nie verlassen.
Heute lehrt man uns, Visionen zu entwickeln, uns Ziele zu stecken, Strategien und Pläne zu erarbeiten, um uns dann an die Verwirklichung unserer Träume zu machen. Wir sollen intrinsisch motiviert, zielorientiert, fachlich versiert und engagiert sein. Dann können wir nahezu alles erreichen – verspricht man uns. Viele leben uns das vor. Sie leben in mehrfacher Hinsicht auf der Überholspur und der Erfolg gibt ihnen recht.
Wenn das einem Menschen gelingt, ist er zu Recht stolz darauf – denken wir. Denn jeder möchte Stolz auf etwas sein.
Ich stelle mir die Frage, ob Stolz wirklich erstrebenswert ist. Stolz rückt sich selbst in den Mittelpunkt. In einer zunehmend egozentrischen Gesellschaft muss das nicht unbedingt eine erfolgsversprechende Emotion sein. Ich frage mich, ob Dankbarkeit nicht eine bessere Alternative wäre. Denn während Stolz leicht die anderen um einen vergessen lässt, bezieht Dankbarkeit sie in eine vollbrachte Leistung mit ein. Und wer von uns kann schon sagen, dass er alles in seinem Leben alleine geschafft hätte? Spätestens dann, wenn wir den ganz großen Bogen aufspannen, kann man behaupten: Kein Genie unserer Zeit hätte das erreichen können, was er erreicht hat, hätten nicht einige unserer Vorfahren irgendwann Sprache und Schrift oder Segelschiffe entwickelt. Alles baut aufeinander auf und hängt voneinander ab.
Deshalb gibt es – meiner Meinung nach – nicht einen einzigen Grund, Stolz zu sein. Aber tausend Gründe dankbar zu sein. Am Ende entscheidet Gott über unseren Erfolg. Am Ende ist er das Fundament unseres Gelingens und sendet uns zur richtigen Zeit den richtigen Rückenwind, um unsere Ziele zu erreichen. Das hat sich in all den Jahren, seit der Erfindung von Segelschiffen, nicht geändert.
Bild & Text

Der Kurs gewählt. Die Segel gesetzt. Das Land in Sicht.
Alles ist bereit.
Nun heißt es, auf den zu warten, der den Wind schenken kann.
Denn es wäre vermessen, zu glauben,
dass wir darüber entscheiden,
ob und wann wir unsere Ziele erreichen.
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Bildnummer: Lyrimage_130527_Sardinien_00111
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